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So werden Daten die Medizin von morgen lenken

Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Chancen in der Medizin. Bei aller Begeisterung stellen sich aber auch große ethische Fragen.

Dass Wolfgang Bauer ein rohes Ei greifen kann, gleicht einem Wunder. Der 24-jährige Landwirt hat seine rechte Hand bei einem Arbeitsunfall auf dem elterlichen Hof im bayerischen Dorfen verloren. Dreieinhalb Jahre später schleppt er wieder Kisten – und tippt Texte am Laptop, ganz filigran mit einer Prothese des Herstellers Ottobock.

„Durch die neue Steuerung fühlt sich meine Prothese wie meine gesunde Hand an. Ich stelle mir die Bewegung mit meiner Phantomhand im Kopf vor, und die Prothese führt sie aus, ohne dass ich etwas tun muss“, sagt Bauer.

Künstliche Intelligenz (KI) macht die intuitive Steuerung möglich, die an Gedanken anknüpft. Gemeinsam mit Medizinern des Klinikums Traunstein und der Uni Tübingen gelang es Ottobock, die Signale am Unterarmstumpf über Elektroden zu messen. Mit Algorithmen werden Muster erkannt und in spezifische Bewegungen übersetzt – eine Revolution.

„Musste man früher Muskelkontraktionen erzeugen und lernen, die Prothese zu bedienen, lernt heute die Kunsthand vom Anwender“, erklärt Andreas Goppelt, Chief Technology Officer von Ottobock. Per App konfiguriert der Nutzer die Prothese nach eigenen Wünschen – etwa, was Tempo und Rotation der Hand angeht.

Quelle: handelsblatt.com
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