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Pflegende Angehörige entlasten Pflegekassen in Milliardenhöhe

Der aktuelle AOK Pflegereport verdeutlicht die große Relevanz von pflegenden Angehörigen für das Gesundheitssystem. In Deutschland werden zwei von drei Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen betreut und das ohne monetäre Entlastung. Die häufigsten Beweggründe sind das Pflichtbewusstsein, die Nächstenliebe oder der Wunsch des Pflegebedürftigen. Berechnet man die Stundenzahl der pflegenden Angehörigen und multipliziert diese mit dem gesetzlichen Mindestlohn, dann ergibt sich eine Summe von etwa 37 Milliarden Euro pro Jahr.Um diese Zahl in Relation zu setzen hilft der Vergleich, dass die Pflegeversicherung jährlich ein Einnahmevolumen von rund 26 Milliarden Euro hat.

Es zeigte sich in der Untersuchung, dass eine Vielzahl der Entlastungsleistungen für Angehörige nicht in Anspruch genommen wird, wie beispielsweise die Kurz- oder Verhinderungspflege. Mit der Verhinderungspflege können Angehörige 14 Wochen im Jahr eine Auszeit von der Pflege nehmen. Insgesamt hat von den 1.000 Befragten nur jeder fünfte ein Unterstützungsangebot der gesetzlichen Pflegeversicherung genutzt. Grund dafür ist nicht, dass die Angebote den Befragten nicht bekannt waren, sondern häufig wurden als Gründe die mangelnde Erreichbarkeit, schlechte Erfahrungen oder der Wunsch des Pflegebedürftigen genannt, der nicht von einer fremden Person gepflegt werden möchte.

Für die Zukunft sollte die Zielsetzung sein, dass die vorhandenen Angebote überzeugender kommuniziert und die Beantragung dieser nicht unnötig verkompliziert wird. Dafür sollten die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und Angehörigen besser verstanden werden, um zielgerichteter diese ansprechen zu können. Die Leistungen sollten flexibler und einfacher werden, sodass die Hemmschwelle diese zu beantragen weiter gesenkt werden kann und eine Entlastung der pflegenden Angehörigen entsteht.

Deutschland ist auf die Pflege durch Angehörige angewiesen und so wird die Zahl der Pflegebedürftigen auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Deshalb gilt es frühzeitig auf diese Entwicklung zu reagieren und die Angehörigen zu unterstützen.

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