Osteoporose

Was versteht man unter Osteoporose?

Was versteht man unter Osteoporose?

Ungefähr acht Millionen Menschen leiden in Deutschland an Osteoporose, die Tendenz ist steigend. Es ist aber nicht nur jede zweite bis dritte Frau nach den Wechseljahren davon betroffen, sondern auch das männliche Geschlecht betrifft diese Erkrankung. So ist jeder fünfte Mann über 50 Jahren auch betroffen. Auch junge Menschen können an Osteoporose erkranken. Meist liegen dann Stoffwechselerkrankungen als Ursache vor oder ebenso stellt das Untergewicht einen Risikofaktor dar. Es ist nicht, wie früher angenommen, die schicksalhafte Erkrankung der älteren Frau!

Der Knochenschwund ist inzwischen zu einer Volkskrankheit geworden und gehört zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit, der als „tickenden Zeitbombe“ leider nicht die entsprechende Aufmerksamkeit gewährt wird! Der Verlust der Lebensqualität liegt bei den Betroffenen deutlich höher als bei bösartigen Erkrankungen der Brustdrüse.

Welche Gründe stecken dahinter?

Welche Gründe stecken dahinter?

Der Stoffwechsel der Knochensubstanz wird von Hormonen beeinflusst, bei Frauen vom Östrogen, bei Männern vom Testosteron. Wenn sich ab dem 40. Lebensjahr die hormonelle Situation ändert, sind auch die Zellen betroffen, die den Knochenaufbau fördern. Deren Aktivität lässt nach, wenn die Östrogenproduktion bei Frauen reduziert bzw. eingestellt wird. Bei Männern nimmt die Testosteronproduktion ebenfalls ab, aber die negative Auswirkung auf den Knochenaufbau ist geringer. Weitere häufige Risikofaktoren sind Untergewicht (BMI unter 19), ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, Rauchen, Alkohol oder übermäßiger Kaffeekonsum (mehr als vier Tassen pro Tag).

Warum sind ältere Menschen stärker betroffen?

Warum sind ältere Menschen stärker betroffen?

Die Krankheit betrifft zum überwiegenden Teil ältere Menschen, meist Frauen, weil es zu einem Ungleichgewicht von knochenabbauenden (Osteoklasten) und knochenaufbauenden (Osteoblasten) Zellen kommt. Sicher ist, dass der Knochenneubau ins Stocken gerät und durch das Überwiegen der knochenabbauenden Zellen nimmt die Knochenmasse ab. Es kommt zu einer Minderung der Knochenqualität und Knochenstabilität. Das Ergebnis können die typischen Knochenbrüche sein, die mit dieser Erkrankung einhergehen. Nachlassende Muskelkraft und mangelnde körperliche Aktivität fördern im Alter das Absinken der Knochendichte. Vorbeugend sollten sich junge Menschen durch körperliche Aktivität und eine knochenfreundliche Ernährung mit Kalzium aus natürlichen Quellen ein gutes „Knochenpolster“ aufbauen.

Wie kann Osteoporose frühzeitig erkannt werden?

Wie kann Osteoporose frühzeitig erkannt werden?

Frühzeitig entdeckt, gibt es mittlerweile sehr gute Therapiemöglichkeiten, den Knochenabbau zu stoppen oder teilweise rückgängig zu machen Allerdings erfahren die meisten Betroffenen erst sehr spät oder zufällig von ihrer Erkrankung, da diese lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Meist wird diese erst bei einem Knochenbruch oder Schmerzen diagnostiziert. Nur jeder fünfte Osteoporosepatient wird rechtzeitig erkannt und therapiert.

Frauen ab 55 Jahren und Männer ab 65 Jahren sollten ihr Osteoporoserisiko überprüfen. Hierzu gibt es Fragebögen, die u.a. von Selbsthilfeorganisationen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. (Siehe Punkt „Welche Rolle spielen die Selbsthilfegruppen?“)

Sollte sich dabei der Hinweis für ein bestehendes Risiko ergeben, muss sich eine weitere Abklärung beim Arzt anschließen. Orthopäden, Rheumatologen oder Endokrinologen kennen sich mit dieser speziellen Erkrankung sehr gut aus. Speziell beschäftigen sich damit Osteologen (DVO). Selbstverständlich kümmert sich der Hausarzt ebenso um die Erkrankung und kann unter anderem auch als Lotse dabei helfen. Eine typische „Vorsorgeuntersuchung“ zur Osteoporose gibt es nicht, sondern man bedient sich der Erhebung des sog. Risikoprofils.
Die Minderung der Knochenmasse kann mittels einer Knochendichtemessung (DXA) an der Wirbelsäule bzw. an der Hüfte erfasst werden. Es gibt noch andere Möglichkeiten der Messung, aber diese DXA-Untersuchung stellt den „Goldstandard“ dar. Leider wird diese Untersuchung zur Abklärung des Verdachtes einer Osteoporose von den Krankenkassen nicht übernommen! Sondern erst nach Bestätigung der Diagnose, im Rahmen der Kontrollen oder wenn sich daraus die Therapieentscheidung zur Verordnung von Medikamenten ergibt. Sollte sich jedoch aufgrund des Risikoprofils der Verdacht auf das Vorliegen einer Osteoporose ergeben, so sollte die Knochendichtemessung, trotz der eigenen Kosten, durchgeführt werden. Die Kosten hierfür sind überschaubar!
Eine Untersuchung im Blut, die eine Osteoporose beweist, gibt es nicht!

Was sind die Folgen?

Was sind die Folgen?

Typische Symptome sind akut auftretende und anhaltende Rückenschmerzen, ein Größenverlust um mehr als vier Zentimeter innerhalb eines Jahres oder Knochenbrüche aus geringfügigem Anlass. Die mit dem Abbau der Knochenmasse einhergehenden Knochenbrüche, vor allem der Wirbelkörper, des Oberschenkelhalses und des Unterarms machen Operationen notwendig, führen oft zur dauerhaften Einschränkung der Bewegungsfähigkeit und damit nicht selten zur Pflegebedürftigkeit. Leider führt der Oberschenkelhalsbruch aufgrund einer Osteoporose zu einer drastischen Erhöhung der Sterblichkeit. So versterben in Deutschland im im ersten Jahr nach diesem Bruch 25% der betroffenen Patienten.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Wie wird Osteoporose behandelt?

Die Grundlage jeder Therapie sind körperliche Aktivität und eine knochenfreundliche Ernährung. Eine gezielte Bewegungstherapie stärkt die Muskulatur und die Knochen. Mit dieser Verbesserung der koordinativen Leistungen vermindert sich das Sturzrisiko erheblich! Medikamentös werden als Basis Vitamin D und Kalzium für starke Knochen eingesetzt. Das Vitamin D wird benötigt, um das Kalzium aus dem Darm aufzunehmen und in den Knochen abzulagern! Kalzium alleine ist nicht sinnvoll! Hinzukommen spezielle verschreibungspflichtige Medikamente, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Der Knochen unterliegt einem ständigen Auf- und Abbau, der sich normalerweise im Gleichgewicht befindet. Das Ziel der Therapie ist eine Hemmung der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten), da bei der Osteoporose diese Zellen in der Mehrzahl sind. Es kommt zu einem Kalziumverlust aus dem Knochen. Der Knochen verliert an Substanz, Stabilität und Qualität und droht zu brechen. Der Knochenabbau wird von Medikamenten wie Bisphosphonaten, SERMS oder Biologicals gehemmt.

Welche Möglichkeiten der effektiven Vorbeugung gibt es?

Welche Möglichkeiten der effektiven Vorbeugung gibt es?

Die Vorbeugung beginnt als junger Mensch mit Bewegung und gesunder Ernährung, denn bis zum 35.Lebensjahr können wir noch Knochenmasse aufbauen. Dieses ist der Garant dafür, dass wir über eine so gute Knochenstruktur verfügen, um nicht im Alter unter die Knochenbruchschwelle zu geraten. Wichtig sind bereits bei Kindern und Jugendlichen regelmäßiger Sport und die richtige Ernährung mit ausreichenden Mengen an Kalzium. Seilhüpfen oder Springen bei Jüngeren und forciertes Treppensteigen, aber auch Klettern sind zum Beispiel sehr gut zur Vorbeugung geeignet. Das Vitamin D wird beim jüngeren Menschen in ausreichender Form über die Sonnen-einstrahlung auf der Haut selbst gebildet.

Als Risikopatient sollte man sich regelmäßig bewegen, Gymnastik durchführen und durchaus auch im Fitness-Studio Muskeln aufbauen. Der Reiz über den Zug der Muskulatur regt den Knochen an! Im Weiteren vermindern eine gute Muskulatur und eine Verbesserung der Koordination erheblich das Sturzrisiko! Die Ernährung fordert Vitamin D, da die Haut des älteren Menschen dieses nicht mehr in ausreichendem Maße selber synthetisieren kann. Falls man Kalzium als Brausetablette nutzt, besser sind jedoch natürliche Quellen, so sollte die Dosierung nicht 500 mg übersteigen, da höhere Konzentrationen vom Darm nicht aufgenommen werden können. Hinweise zu einer „knochengesunden“ Ernährung findet man auf den Homepages der Selbsthilfegruppen.

Welche Rolle spielen die Selbsthilfegruppen?

Welche Rolle spielen die Selbsthilfegruppen?

Die Selbsthilfegruppen spielen eine sehr bedeutende Rolle bei dieser Krankheit. Als eine Organisation von Betroffenen dienen sie unter anderem als Ansprechpartner und unterstützen neu erkrankte Menschen bei dieser Erkrankung. Zusammenkünfte zum Austausch neuester Therapiemethoden, Treffen mit regelmäßiger körperlicher Aktivität (z.B. Schwimmen oder Gymnastik) und eine Krankheitsbewältigung in der Gemeinschaft sind von unschätzbarem Wert.

Weitere Informationen zum Thema Osteoporose finden Sie unter:
Diese Auflistung soll als Anregung dienen und stellt keine Empfehlung oder Wertung dar.

Weiterführende Informationen: Weltosteoporosetag

Weiterführende Informationen: Weltosteoporosetag

Der nächste Aktionstag findet am 20.10.2017 statt.
Der Weltosteoporosetag findet jährlich am 20. Oktober statt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Weltosteoporosetag 2017.