Mehrfacherkrankungen oft schwerer behandelbar

Wenn Menschen unter mehreren Krankheiten leiden, sprechen Mediziner von „Multimorbidität“. 20 bis 30 Prozent sind hierzulande davon betroffen. Medikamente können Wechselwirkungen entwickeln – und so Probleme verstärken.

Welche Krankheiten treten am häufigsten gemeinsam auf?
Wissenschaftler haben Krankenkassen-Daten analysiert und entdeckt, dass bestimmte Krankheits-Kombinationen besonders oft vorkommen. Von den sechs typischen Altersleiden Bluthochdruck, Rückenschmerz, Diabetes, Fettstoffwechselstörung, rheumatoide Arthritis und koronare Herzkrankheit haben sehr viele Patienten eine Dreier-Kombination.
Häufig sind zudem auch Verschleißerscheinungen der Gelenke oder Erkrankungen der Atemwege wie COPD. Im höheren Alter kommen Hirnleistungsstörungen dazu. „Das Problem daran ist, die meisten dieser Krankheiten können wir nicht heilen“, sagt Dr. Christoph Tümmler, Altersmediziner und Studio-Experte bei HAUPTSACHE GESUND. „Wir können sie nur managen.““
Dieses Krankheits-Management jedoch ist für Ärzte wie Patienten eine gewaltige Herausforderung. Denn die Krankheiten bestehen nicht einfach nebeneinander. Sie können sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Diabetes und Fettstoffwechselstörungen verschlechtern den Zustand der Blutgefäße und erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen. Herzprobleme wiederum können auch auf die Funktion der Niere zurückschlagen. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie gesundheitlich nicht nur „viele kleine Baustellen“ haben, sondern dass die Summe dieser Erkrankungen zu einer ganz eigenen Bedrohung wird.

Quelle: Hauptsache Gesund
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