Wirksamkeit von Stressmanagement-Training belegt

Einige Studien konnten bereits in der Vergangenheit zeigen, dass anhaltender Stress nach einem Herzinfarkt die Erholung beeinflusst. Grundsätzlich ist dauerhafter Stress auch für die Entstehung und Begünstigung von anderen Krankheitsbildern förderlich, wobei sich die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als besonders anfällig für psychosozialen Stress zeigen. Etwa ein Drittel aller Herzinfarkte können auf anhaltenden Stress zurückgeführt werden. Fast schon eine logische Konsequenz ist dann, dass Stress auch nach einem überstandenen Infarkt eine hohe Relevanz für den weiteren Genesungsverlauf hat.

Es ist im Frühjahr 2016 erstmals einem Forscherteam gelungen, die Wirksamkeit von einem Stressmanagement-Training während einer Reha-Behandlung durch eine Studie zu belegen. Es wurden dafür Reha-Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten, in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt neben den üblichen Rehabilitationsmaßnahmen zusätzlich zwölf wöchentliche Stressmanagement-Sitzungen. Dadurch wurde das herkömmliche Therapieangebot aus medikamentöser Therapie, Sport und Ernährungsberatung ergänzt und die Patienten bekamen während der Stressmanagement-Sitzungen Hilfestellungen im Alltag Stressoren besser bewältigen zu können. Dabei ging es besonders um die Priorisierung von Aufgaben, das Zeitmanagement, die Vermeidung von stressauslösenden Situationen und den Umgang mit unvermeidbaren Stresssituationen. Entspannungsübungen wurden darüber hinaus ebenfalls in den Stunden des Stressmanagement-Trainings gelehrt. Den Teilnehmern wurde vermittelt, dass sie für Herausforderungen sinnvolle Lösungsansätze finden können und diese auch an das eigene Umfeld kommuniziert werden sollten. Die Vergleichsgruppe der Studie erhielt kein Stressmanagement-Training, sondern den Standard-Therapieplan.

Die Daten der Studie zeigen, dass die Gruppe mit den Stressmanagementstunden ihren allgemeinen Stress-Score reduzieren konnte und sich die Unterkategorien wie Angst, Dysstress und empfundener Stress verbesserten. Ganz besonders steigerten sich die Ergebnisse bei denjenigen, die zu Beginn der Behandlung als besonders ängstlich und depressiv eingestuft worden waren.

In den Folgejahren wurde deutlich, wie wirksam das Stressmanagement-Training gewesen ist während der Reha-Maßnahmen. Etwa 18 Prozent der Probanden, die an dem Training teilgenommen hatten, bekamen in den Folgejahren einen weiteren Herzinfarkt oder andere kardiovaskuläre Erkrankungen. Allerdings lag die Zahl bei denjenigen, die das Stressmanagement nicht hatten, bei 33 Prozent. Folglich ist diese Zahl fast doppelt so hoch und es kann als bewiesen angesehen werden, dass der Reha-Aufenthalt sinnvoll um das Stressmanagement-Training ergänzt werden sollte.

Zum vollständigen Artikel