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Wetterauer Zeitung, 03.04.2010

>>Prinzip Hoffnung<< und gesunder Egoismus

Bad Nauheim (pm). Auf reges Interesse stieß kürzlich der Vortrag "Leben mit einer Krebserkrankung" in der Kurpark-Klinik. "Obwohl Krebs kein Tabuthema mehr ist", wie einige Zuhörer bestätigten, "bricht die Krebserkrankung wie ein Überfall in das Leben der betroffenen Menschen ein" - mit diesen Worten eröffnete die in der urologisch-onkologischen Abteilung der Kurpark-Klinik tätige psychologische Psychotherapeutin Gerhard-Franke den Vortragsabend.

Bad Nauheim (pm). Auf reges Interesse stieß kürzlich der Vortrag "Leben mit einer Krebserkrankung" in der Kurpark-Klinik. "Obwohl Krebs kein Tabuthema mehr ist", wie einige Zuhörer bestätigten, "bricht die Krebserkrankung wie ein Überfall in das Leben der betroffenen Menschen ein" - mit diesen Worten eröffnete die in der urologisch-onkologischen Abteilung der Kurpark-Klinik tätige psychologische Psychotherapeutin Gerhard-Franke den Vortragsabend. Viele Erfahrungen bei der Diagnosestellung und während der Krankheitsbehandlung könnten belastend sein oder sogar traumatischen Charakter haben. Auf diesen Hintergrund würden häufig auch bei Menschen, die vorher psychisch völlig stabil waren, Ängste, Stimmungsschwankungen, negative Gedanken und belastende Gefühle ausgelöst. Weitere mögliche Begleiterscheinungen können sein: Zukunftsängste, Einbrüche im Selbstwertgefühl sowie eine Verunsicherung, die oft begleitet sei von einer erhöhten Selbstbeobachtung und Fragen, ob bei auftretenden körperlichen Symptomen "nicht schon wieder etwas ist". All dies müsse von den Betroffenen mit viel Kraft und Energie bewältigt werden.
Im zweiten Teil des Vortrags sprach Gerhard-Franke davon, dass der Prozess der Tumorverarbeitung weit in den Alltag hineinreiche und von den Betroffenen immer wieder neu bewältigt werden müsse. Das in die Zukunft gerichtete >>Prinzip Hoffnung<< sowie eine aktive Haltung, ein Grundmaß an gesundem Egoismus sowie ein selbstsicherer Umgang mit den eigenen Zielen, Wünschen und Bedürfnissen könnte eine gute Hilfe sein. Gesunder Egoismus und Selbstsicherheit träfen allerdings nicht immer auf die Zustimmung der Umgebung. Um mehr Lebensqualität zu erreichen, sei es wichtig, den positiven Seiten des Lebens mehr Gewicht zu geben, diese im Alltag konsequent zu pflegen – um so einen eigenen "Gesundheitsplan" zu entwickeln,  der sich förderlich auf das Wohlbefinden und stabilisierend auf das Immunsystem auswirkt.
Nach dem Vortrag nutzten die Zuhörer die Möglichkeit, sich auszutauschen und Fragen (unter anderem zur psychologischen Psychotherapie) zu stellen. Ein weiteres Angebot für Menschen mit Krebserkrankung gibt es in der Kurpark-Klinik ab dem 14. April. Es wird ein VHS-Entspannungskurs mit dem Titel >>Wege in der inneren Heilung<< angeboten. Hier wird die progressive Muskelrelaxation mach Jacobson vorgestellt, ergänzt durch Übungen und Phantasiereisen. Interessenten können sich im Internet unter www.reha.de oder über VHS Wetterau (Telefon 0 60 31/83 60 00) informieren.

   
 
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