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Jedes Jahr ist am 17. Mai Welt-Hypertonie-Tag!

An diesem Tag finden jährlich weltweit Veranstaltungen zur Prävention der Hochdruck-Krankheit statt. Die deutsche Hochdruckliga nutzt diesenTag jedes Jahr dazu, die Bevölkerung über die Gefahren der Hochdruck-Krankheit zu informieren und Möglichkeiten einer Blutdrucksenkung aufzuzeigen. www.hochdruckliga.de

   
   

Veranstaltung zum Welt-Hypertonie-Tag 2011

Anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages, dem 17. Mai 2011, lud der Chefarzt der Inneren Medizin der Kurpark-Klinik zu einem Vortragsabend ein.

Zahlreiche Interessierte aus dem Umland reisten an, um sich mit dem Thema Bluthochdruck auseinanderzusetzen.

Zu Beginn des Abends erklärte Dr. Patyna die Schwierigkeiten bei der Grenzziehung zwischen normalen und erhöhten Blutdruckwerten. In den letzten 50 Jahren sei der Normalbereich von 180/110 mmgH über 160/95 mmHg, auf jetzt 140/90 mmHg gesenkt worden. So lautet dieses Jahr die Kampagne zum Welt-Hypertonie-Tag "Lebenswichtig ist nur eine Zahl: < 140/90 mmHg. - Höher darf ihr Blutdruck nicht sein."

Dr. Wolf-Dieter Patyna führte weiter aus,  dass auch dieser Bereich umstritten ist und nicht als endgültige Grenze anzusehen sei. Die Ursache für dieses Dilemma, liege darin, dass bereits bei Blutdruckwerten über 115/70 mmHg, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse kontinuierlich zunehmen. Eine scharfe Trennungslinie sei nicht erkennbar. So sei das Todesrisiko bei Blutdruckwerten zwischen 130/139/85/89 mmHg schon doppelt so hoch als bei einem Blutdruckwert bei 120/80.

Bei Blutdruckwerten von 140/159/90/99 mmHg sei das Sterberisiko schon um das 4-fache erhöht. Die Grenze bei 140/90 mmHg zu ziehen sei zwar verständlich, aber willkürlich. Die WHO haben wegen dieser Problematik 1999 den sogenannten Normalbereich nochmal in drei Kategorein unterteilt. Optimal bei  Werten unter 120/80 mmHg, Normal bei Werten unter 130/85 und Hochnormal bei Werten zwischen 130/85 und 139/89 mmHg. Durch  diese Unterteilung des Normalbereichs sind auch die Therapieziele entsprechend modifiziert worden. So sollte bei Hochdruckkranken mit zusätzlichen Risikofaktoren oder hypertoniebedingten Folgeschäden besonders niedrige Zielblutwerde angestrebt werden, die deutlich unter 140/90 mmHg liegen.

Weiter führte er aus, dass die arterielle Hypertonie die häufigste chronische Krankheit und die häufigste Todesursache in Deutschland ist, daher sollte sie rechtzeitig diagnostizierte werden und zur Kontrolle seien häufige Blutdruckmessungen erforderlich, da sich der Erkrankte oft sehr wohl fühlt und gar nicht damit rechnet bereits Hochdruckkrank zu sein. So lauert die Gefahr oftmals unentdeckt. 40 – 50% der Hochdruckkrankten in Deutschland gelten  immer noch als nicht diagnostiziert und sind dadurch besonders gefährdet.

Eine besondere Rolle spielt, nach Ansicht Dr. Patynas, die Blutdruckmessung in der Arztpraxis, die die wichtigste Screeningmethode darstellt. Allerdings sei die Praxismessung für die weitere Betreuung der Hochdruckkranken weniger geeignet. Eine weit bessere Methode zur Kontrolle des Blutdrucks sei im Krankheitsverlauf die Selbstmessung durch den Patienten. Nur so könne gewährleistet werden, dass zu regelmäßigen Zeiten, in entspannter Atmosphäre ohne psychische Anspannung medizinisch korrekte Daten ermittelt werden können. Allerding müssten auch bei der Selbstmessung einige Regeln beachtet werden. Dies sei leider oft nicht der Fall. Daher gab im zweiten Teil des Abends Herr Bernd Börsch, Pflegedienstleiter in der Kurpark-Klinik, praktische Tipps bei der Blutdruckselbstmessung mit anschaulichen Erläuterungen der möglichen Fehler, die zu verfälschten Meßergebnissen führen.

In der anschließenden Fragerunde konnten ganz konkrete Nachfragen zu individuellen Problemen gestellt werden, was regen Anklang fand. Insgesamt waren die Besucher des Vortrages begeistert. Sowohl die Hintergrund-informationen des Chefarztes wie auch die praktischen Tipps des Pflegedienstleiters sowie die kleine Handreichungen in Form einer Tabelle zur nachhaltigen Selbstkontrolle wurden gerne aufgenommen. Viele versprachen motiviert demnächst konsequenter auf ihren Blutdruck zu achten. „Das Kurvenblatt ist prima, jetzt kann ich eine Monatsübersicht erstellen und für die nächste Zeit kopieren, sodass ich eine richtige Vorlage für die Zukunft habe“, äußerte ein erfreuter Teilnehmer.

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